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Anekdote
Ballade
Drama Erzählung
Fabel Kalendergeschichte
Kurzgeschichte Legende Marchen
Novelle Parabel
Roman
Anekdote:
Als 'anekdoton',
also 'das nicht Herausgegebene', hatte Prokopios
im 6. Jahrhundert ein kritisches Geschichtswerk mit
Indiskretionen über den Kaiser Justinian bezeichnet,
das erst nach dessen Tod erschien. Seither
gilt die Anekdote als eine zunächst mündlich verbreitete
Erzählung einer Episode aus dem Leben einer
bekannten historischen Persönlichkeit (meist ein
Herrscher, Militär oder Künstler). Ihr strukturelles
Merkmal besteht darin, an einem scheinbar
zufälligen Detail - wie einer Äußerung oder einer
Handlungsweise - die charakteristische Eigenart
dieser Person zu verdeutlichen, eine repräsentative
Momentaufnahme zu entwerfen. Im Mittelalter wurde
sie noch - wie der Schwank - als Exempelerzählung
genutzt. Oft ist der knappe Handlungsverlauf
von einer überraschenden Wendung am Ende
gekennzeichnet.
Heinrich von Kleist hat diese literarische
Form, die Unterhaltung durch eine Neuigkeit
und Phantasie auf Seiten des Rezipienten miteinander
verbindet, in den Anekdoten fruchtbar gemacht,
die er um 1811/12 in seinen Berliner Abendblättern
veröffentlichte. Andere wichtige Autoren sind beispielsweise
Johann Peter Hebel (Schatzkästlein des Rheinischen
Hausfreundes, 1811) und im 20. Jahrhundert Wilhelm
Schäfer, dessen Anekdoten mit Tendenz zur Form
der Novelle ab 1908 erschienen.
Neben ihrem Fortbestehen als eigenständiger
Kunstform hat die anekdotische Darstellung Eingang
in vielerlei verschiedene Literaturformen gefunden.
Quelle: http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/anekdote.htm
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Ballade:
Wie viele andere Gedichtformen auch, ist
die Ballade ursprünglich ein von Tanzenden
gesungenes Gedicht, das seine Wurzeln in den romanischen
Ländern hat. In England wurde der Begriff
Ballade im 18. Jahrhundert auf Volkslieder übertragen, die
ein dramatisches Ereignis, auch mithilfe
der Personenrede, erzählen. Seither ist die Ballade
definiert als ein längeres Gedicht, das lyrische,
epische (narrative) und dramatische Elemente
verbindet. Im 18. Jahrhundert wurde die
volkstümlich-traditionelle Ballade in Deutschland von
Dichtern des Göttinger Hains (Höltys Romanzen,
Bürgers Lenore) aber auch von Goethe (Der
Erlkönig) und Schiller (Die Bürgschaft)
zu einer neuen kunstvollen Form weiterentwickelt.
Diese Tradition wurde von Heine (Atta Troll)
und Fontane (Die Brück‘ am Tay) im 19.
Jahrhundert, von Brecht und Biermann mit Rückbesinnung
auf die volkstümlichen Wurzeln des Bänkelsangs
im 20. Jahrhundert fortgesetzt.
Quelle: http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/lyrik/ballade.htm
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Drama:
Das Drama (Theaterstück)
als literarische Form wurde in der Antike
Griechenlands erstmals formell entwickelt (Aischylos, Sophokles,
Euripides), wobei Aristoteles das Drama in
Tragödie und die Komödie einteilte (s.
auch Der Name der Rose).
In Europa folgte erst seit dem Mittelalter
eine Weiterentwicklung des klassischen Dramas. Seither
sind Bezeichnungen wie Schauspiel, Lustspiel,
Tragikomödie, Bürgerliches Trauerspiel,
Charakterstück mit überlappender Bedeutung in Gebrauch.
Ältere Dramen sind meist in Versen gefaßt;
in neuerer Zeit überwiegt freie Prosa.
Musikalisch dargeboten berührt die Dramatik
Darstellungsformen wie Oper, Operette und Musical.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dramatik
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Erzählung:
Eine Erzählung ist
allgemein eine Form der Darstellung. Im besonderen
versteht man darunter eine Geschichte in mündlicher
oder schriftlicher Form.
Erzählung ist
1. ein Oberbegriff für Novellen, Anekdoten,
Kurzgeschichten, Sagen und Erzählungen im engeren Sinne
2. auch gleichbedeutend mit Epik
3. ein eigenes Genre (kürzer als ein Roman,
eine Begebenheit im Mittelpunkt, eine lockerere
Komposition als bei der Novelle)
Es gibt unterschiedliche Erzählperspektiven:
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Fabel:
Handlungsgerüst einer epischen oder dramatischen
Dichtung. Als literarische Gattung heitere
Tierdichtung (Vers oder Prosa), in der menschliche Eigenschaften
von (charakterlich eindeutig definierten)
Tieren oder anderen Lebewesen verkörpert und in
bestimmten Situationen vorgeführt werden, um die
"Wahrheit" in sicherer Verkleidung darzubieten
und auf distanziert-unterhaltsame Weise
erzieherischen oder satirischen Effekt zu erzielen.Quelle: Otto F.Best: «Handbuch
literarischer Fachbegriffe. Definitionen und
Beispiele», Fischer Taschenbuch Verlag GmbH,
Frankfurt am Main, 1979
Weitere Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Fabel
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/fabel.htm
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Kalendergeschichte:
(lat.erster
Tag jedes Monats) zum Abdruck in Kalender
bestimmte Geschichte, volkstümlich-unterhaltsam;
oft derbschwankhaft, mit Tendenz zur Belehrung;
seit 18.Jh. stärkere Betonung des Didaktischen.Quelle: Ottto F.Best
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Kurzgeschichte:
(Übersetzung
von amerik. short story). Wort und Begriff seit ca.
1920 in deutscher Literatur nachweisbar; bezeichnet kurze,
mit Novelle, Skizze, Anekdote verwandte Erzählung, die, geradlinig
entwickelt, hart gefügt, punktuell-auschnitthaft gedrängt,
ein Geschehen schlaglichtartig der selbstverständlichen Alltäglichkeit
enthebt und es, ohne es auszudeuten, als Ereignis geprägt
n einem unerwarteten unausweichlichen, pointierten Schluß
wieder zurück in seinen gewohnten Rahmen sinken läßt; Vorformen
in Deutschland. Schwank, Fazetie, Kalendergeschichte, Anekdote).
Quelle:
Otto F.Best
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Legende:(lat. legenda: das
zu Lesende)
Legenden waren ursprünglich mittelalterliche
Leidensgeschichten von Märtyrern, Heiligen und religiösen
Autoritäten, die bei kirchlichen Anlässen verlesen wurden.
Später wurde der Begriff vor allem zur Sammelbezeichnung für
die schriftlich fixierten 'Viten' (Lebensgeschichten) der
Heiligen. Schon im 15. Jahrhundert tauchen Legenden jedoch
auch im außerkirchlichen Bereich auf. Hier meinen sie nichtbeglaubigte
Berichte oder unwahrscheinliche Geschichten, die eng mit
einem volkstümlichen, später auch mit einem kunstvoll-literarischen
Erzählen verbunden sind. In dieser verweltlichten Form werden
die Legenden zu moralisch-didaktischen Erzählungen über
außergewöhnliche Schicksale, die nicht nur im Rationalen gründen.
Eine der frühesten Legendensammlungen sind die Dialogi
demiraculis patrum Italicorum (590/604) von Papst Gregor.
Die Sammlung Acta Sanctuorum, 1643 von J. Bolland
begonnen, vereinigt chronologisch geordnete Legenden und
wird bis heute fortgeführt. Während die sakralen Legenden
für den liturgischen Gebrauch meist weiterhin in Versen verfaßt
wurden, entstanden im weltlichen Bereich immer mehr Prosa-Legenden,
die sich mit der Form des höfischen
Epos vermischten (wie beispielsweise in Hartmann von Aues
Der arme Heinrich von 1195 oder Wolfram
von Eschenbachs Parzival von 1200/10). In der Zeit
der Renaissance und der Reformation hingegen wurde die
Prosa-Legende öfters zur volkstümlichen Form, die andere
Elemente in sich aufnahm (z.B. schwankhafte bei Hans Sachs:
Schwänke von St. Peter, 1553-57). Während
die rationalistisch ausgerichtete Aufklärung oft nur Spott und Verachtung
für diese Form übrig hatte, kam sie in der Klassik und Romantik wieder zu größerer Geltung.
Danach diente sie (in ihrer verweltlichten Variante) noch
des öfteren zur Darstellung außergewöhnlicher psychologischer
oder historischer Konflikte (z.B. bei Gottfried Keller oder
Conrad Ferdinand Mayer). Brecht benutzte ihre Form (wie
so viele andere) zitierend und parodierend und schrieb ihr
seine eigenen sozialkritischen Absichten ein (Legende
vom toten Soldaten von 1918).
Quelle:
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/legende.htm
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Märchen:(mhd. maere: Kunde, Nachricht)
Das Märchen ist eine kürzere Prosaerzählung, die wunderbare
Begebenheiten zum Gegenstand hat. Im Unterschied zur Sage sind sie frei erfunden und
knüpfen nicht an tatsächlich Vorgefallenes an. Die Märchenhandlung
ist weder zeitlich noch räumlich festgelegt. Das phantastische
Element kommt in sprechenden Tieren und Gegenständen, Verwandlungen
und Verzauberungen zum Ausdruck. Grausame Elemente (wie harte
Strafen) weisen auf die Verwandtschaft mit dem Mythos hin.
Während im Mythos allerdings das Gute und das Böse noch unterschiedslos
vereint ist, werden die verschiedenen Kräfte im Märchen in
der Regel säuberlich getrennt (oft in Form guter und böser
Figuren). Diese klare Aufteilung und die relativ einfache
Struktur prägen die Form des Märchens. Inhaltlich steht meist
ein Held im Mittelpunkt, der Auseinandersetzungen mit guten
und bösen, natürlichen und übernatürlichen Kräften bestehen
muß. In sprachlicher Hinsicht finden sich viele Redensarten
und Sprichwörter.
Der russische Folklore-Forscher Vladimir Propp untersuchte
1928 einhundert russische Zaubermärchen und kam zu dem Resultat,
daß sie alle ihrer Struktur nach einem gemeinsamen Typ angehören.
Immer wieder treten die selben Figuren (nämlich sieben
Handlungsträger oder "Aktanten") auf. Die Handlungselemente
("Funktionen") lassen sich zwar in verschiedenen Kombinationen
finden, sind aber in ihrer Zahl prinzipiell begrenzt (auf
einunddreißig - wozu die Ausfahrt des Helden, der Kampf mit
seinem bösen Gegenspieler und schließlich die Heirat mit
der "Zarentochter" gehören). Auch wenn Propp sich bewußt
auf Zaubermärchen aus der russischen Überlieferung beschränkte,
können doch ähnliche Strukturen und Stoffe in verschiedenen
Sprachgemeinschaften auftreten und auf einen eventuellen
gemeinsamen Ursprung zurückverweisen (internationale Typen
sind beispielsweise Dornröschen oder Aschenputtel).
Lesen Sie hier weiter:
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/maerchen.htm
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Novelle:
Eine Novelle ist eine kürzere Erzählung in Prosaform.
Der Begriff (diminuisierte Form) weist auf eine Neuigkeit
hin -- oft wird auch der Bezug zur italienischen Kirche der
Renaissance Santa Maria Novella angeführt, der auf die Zeit
der Entstehung schließen lässt.
Im Gegensatz zum Roman befasst sich eine Novelle nicht
mit einem umfassenden Zeit- oder Lebensbild, sondern mit einem
Ausschnitt, der sich zu einem Wendepunkt zuspitzt. Gegenstand
der Erzählung ist, nach Johann Wolfgang von Goethe; "eine
sich ereignete, unerhörte Begebenheit", eine Begebenheit also,
die einen gewissen Anspruch auf Wahrheit und Originalität
zu erheben scheint. Typisch für Novellen ist außerdem, dass
es nur einen Handlungsstrang gibt, der sich um einen einzigen
Konflikt (Krise, Höhepunkt) dreht. Außerdem für die Novelle
charakteristisch ist eine Verflechtung von Vorfall und Mensch,
die dadurch Einblicke in die menschliche Natur bringt. Die
Novelle kann als äußeres Zeichen des Kernpunktes ein Dingsymbol
(Falke - Falkennovelle, Judenbuche) als Leitmotiv
enthalten. Aufgrund ihrer relativen Kürze erscheinen Novellen
oft in Sammlungen.
Als Begründer der Novellentradition wird der Italiener
Giovanni Boccaccio mit seinem Decamerone (Zehntagewerk)
gehandelt.
Bekannte Verfasser von Novellen in der deutschen Literatur
sind z.B. Heinrich von Kleist, C.F. Meyer, Eduard Mörike,
Theodor Storm, Gottfried Keller, Thomas Mann sowie in der
Gegenwart Hartmut Lange.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Novelle_%28Literatur%29
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Parabel:
Wie die Fabel
ist die Parabel eine Form allegorischer Rede. Sie zielt auf
die Verbildlichung unanschaulicher Gedanken, indem sie eine
Übertragung eines allgemeinen Sachverhalts in eine anschauliche
Erzählung leistet. Wie die Fabel enthält die Parabel einen
Bildteil und einen Sachteil. Die Beziehung von Bild- und
Sachteil ist anders als in der Fabel. Innerhalb des Bildteils
finden sich keine eindeutig zu entschlüsselnden semantischen
Indikatoren des gemeinten Sachverhaltes. Der Gleichnischarakter
der Parabel ergibt sich nicht bereits explizit aus dem Bildteil
wie in der Fabel; die Relation zwischen Bild- und Sachteil
muss im Denkvorgang der Analogie erschlossen werden. Entweder
können einzelne semantische Indikatoren innerhalb des Bildteils
Hinweise auf das Gemeinte geben, oder die Beziehung von Gesagtem
und Gemeintem muss vom Autor im nachgestellten Sachteil selbst
formuliert oder vom Leser ermittelt werden.Quelle: Monika Schrader (1980) In:
Deutsch in der Oberstufe. Paderborn: Schöningh 1998
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Roman:
Ein Roman ist Dichtung in Form erzählender
Prosa, in der Literatur der Gattung Epik zugehörig. Im
umgangssprachlichen Sinne ist jedes längere Werk erzählender
Prosa ein Roman.
Der Begriff Roman wurde im 12. Jahrhundert in Frankreich
erstmals verwendet und bezeichnete damals allgemein in romanischer
Volkssprache (nicht in Latein) verfasste Dichtung - in Abgrenzung
zur fränkischen Hofliteratur.
Erzählende Prosa (Roman im umgangssprachlichen Sinn) selbst
ist aber viel älter. In der Indischen Literatur entwickelte
sie sich seit dem 2.Jhd. n.Chr., in der japanischen mit der
Erzählform Monogatari um 1000 n.Chr. In der römisch-griechischen
Antike (v.a. in der Spätantike) kursierten viele Schriften,
die man heute landläufig als Roman bezeichnet (z.B. der Alexanderroman
über Alexander den Großen). Andere Vorläufer dessen, was
heute Roman genannt wird, sind die isländischen Sagas (nicht
mit "Sagen" gleichzusetzen!), sowie Erzählformen aus China
und Arabien.
Der moderne europäische Roman wurde jedoch
nicht von diesen Traditionen, sondern maßgeblich von der
Zeit des Barock und der Aufklärung, also bürgerlich, geprägt.
Er löste das Epos als Gattung ab. Dabei sind die Unterschiede
aber nicht nur formal (Prosa und Vers), sondern das Epos
schildert idealtypisch die Ursprünge, der Roman schildert
eine gegenwärtige Entwicklung.
Der Roman ist sehr offen für Formexperimente und hat sich
deshalb in die unerschiedlichsten Genres aufgespalten.
Deshalb ist er auch sehr schwer zu definieren.
Eine Minimaldefinition des Romans könnte lauten, er ist
ein Prosawerk (Ausnahme sind Verserzählungen wie Puschkins
Eugen Onegin oder Goethes Herrmann und Dorothea) in der
die Handlung relativ kompliziert in Haupt- und Nebenhandlungen
aufgeteilt ist.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Roman
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